Bert Steffens: Der Fall „Pastor Hans-Georg Peitl“ (PastorPeitl) 

Anmerkung: Eigentlich finde ich es ja immer wieder schön, wenn Menschen über einen Etwas schreiben. Auch wenn es Kritik ist. Hier letztendlich ein Mann, der offenbar später selbst in eine Problemlage geriet.

relativ-kritsch.net: Bert Stefens und sein Unsinn mit der ausserirdischen Zeit

Von Bert Steffens

Ein neuer „Jörg Lanz von Liebenfels“ oder ein neuer „Pfarrer Bérenger Saunière“?

Wie ein politisch-religiöser Phantast ZEIT ONLINE für seine Zwecke okkupiert hat.

Dieser Text ist der 2. Protest gegen eine bestimmte Entwicklung beim Leserartikel-Blog auf ZEIT ONLINE, gerichtet insbesondere an die Redaktion ZEIT ONLINE und an einen Teil der Nutzer des Leserartikel-Blogs.

Der aktuelle Auslöser ist „PastorPeitls“ Artikel vom 09.04.2011 „Trennung von Staat und Kirche“, wie ein Teil der dort anschließenden Kommentare, insbesondere zu meinem 1. PROTEST (Ziff. 7.) zu „PastorPeitls“ Artikel.

Ausgenommen von meiner Kritik sind u. a. die Kommentatoren „intasys“ (Ziff. 10.) und „Schachnerin“ (Ziff. 14. u.7.).

„PastorPeitl“ vertritt in seinem Artikel die Auffassung, dass er einerseits eine „Trennung von Staat und Kirche verstehe“, nicht aber eine „Trennung von Glauben und Politik“. So eine These kann man äußern, auch wenn diese ein Widerspruch in sich ist. Sie verlangt aber eine gewisse Verwirrtheit beim Verfasser oder den festen Willen andere verwirren zu wollen.

Aber diese Art von Verwirrtheit ist nicht der Kernpunkt im Fall „Pastor Hans-Georg Peitl“.

Es darf wohl behauptet werden, dass ZEIT ONLINE vom Ansehen der Wochenzeitschrift DIE ZEIT lebt. Es stellt sich die Frage, ob das Niveau der Wochenzeitschrift DIE ZEIT, um das man sich in diesem Hause seit Jahrzehnten mit hohem Aufwand und nicht ohne unternehmerisches Risiko bemüht, sich auch noch im Leserartikel-Blog auf ZEIT ONLINE widerspiegelt.

Mit dem vorerwähnten „Niveau“ ist hier nicht etwa eine „intellektuelle Attitüde für gebildete Stände“ gemeint, sondern die Haltung zum Grundgesetz, zur Demokratie und Menschenrechten. Die vorgenannten drei Begriffe werden getragen von den Leitbegriffen Selbstbestimmtheit, Selbstverantwortung und Äußerungsfreiheit, wobei die Meinungsfreiheit ein Teil des letztgenannten Begriffs ist.

Meinungsfreiheit, die nur in einer Gemeinschaft von äußerungsfähigen Individuen einen Sinn macht, bedeutet aber nicht, dass man in einer Menschengemeinschaft – meist als „Gesellschaft“ bezeichnet – Feinden der Selbstbestimmtheit und damit der Meinungsfreiheit einen unangreifbaren Raum zur Verbreitung ihrer Ideen zugesteht. So beispielsweise im Verantwortungsbereich von ZEIT ONLINE.

Feinde der Selbstbestimmtheit sind zum Beispiel neonazistische Ideen, religiös-okkultische Machtphantasien, wie auch alle anderen Herrenmenschenideen, ob diese nun mystisch, mythisch, esoterisch oder religiös gefärbt daherkommen.

Es gibt – nicht nur im Leserartikel-Blog auf ZEIT ONLINE – gut meinende MitbürgerInnen, die fallen sofort in eine Art von Anbetungsstarre oder verfallen einem Beschützersyndrom, wenn irgendein – ihnen sonst völlig Unbekannter – Mensch bestimmte religiöse Schlüsselworte laut gebraucht und zudem mit einem nicht übersehbaren Verkündungs- und Führungsanspruch wie beispielsweise mit „Euer Pastor…“ oder – an anderen Orten – als Gründer eines neuen „…Templer Ritterorden, getragen vom Befehl Gottes“ auftritt, also mit dem Auftrag göttlicher und, wenn es dienlich scheint, auch politischer Kräfte. So beispielsweise wenn „PastorPeitl“ am 14.04.2011 auf ZEIT ONLINE behauptet: „Ich mache meine Arbeit nicht im Auftrag einer Kirche, sondern im Auftrag der UNO.“

Hans-Georg Peitl, der sich mit dem lateinischen „Pastor“, also „Hirte“ schmückt, ist so ein Mensch mit „besonderem“ Auftrag und Anspruch. Dieser „Hirte“ hat seine Schafe scheinbar überall, in Österreich, der Schweiz und auch in Deutschland – so zumindest der Eindruck, den er im Internet zu erwecken bemüht ist. Das ist praktisch für ihn, denn er verrät nicht so ohne weiteres, wo er dann seinen festen Stall und nicht nur seine Postadresse hat. Diese Information muss man sich erst zusammenklauben und vor allem: Man muss hinschauen und lesen!

Dann gibt es MitbürgerInnen, die übersehen bei all ihren Vorstellungen über die Freiheit einer Weltanschauung, so auch eines religiösen Glaubens, dass auf Grund der Freiheit der Meinungsäußerung auch offen Kritik an reinen Phantasie-Ideen geäußert werden darf und muss. Ist dies nicht mehr möglich, dann werden die Menschen durch unsägliche Sinnlosigkeit und Menschenverachtung mancher Weltvorstellungen, von denen sich viele als Religionen begreifen, drangsaliert und geknechtet.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen:

KLAR ist, dass beispielsweise die Kommentatoren „H Baur“, „Kohlmeise“, „bigbull“, „Orpheus G“ und „Spitzbub“ nicht die gesamte Leser- und Kommentatorenschaft in ZEIT ONLINE repräsentieren.

UNKLAR ist, weil für mich nicht überprüfbar, ob die beispielhaft vorgenannten fünf Kommentatoren Anhänger oder nur unkritische Bewunderer der gefährlich-phantastischen Gedankenwelt eines „Pastor Hans-Georg Peitl“ sind oder nicht.

Jedenfalls sollten die betreffenden Kommentatoren sich entscheiden, wem sie überhaupt ihr Interesse schenken wollen, ob beispielsweise
einem „Graf Behaghel von Flammerdinghe“ oder
einem „GM [Großmeister] Hans-Georg Peitl Graf Behaghel von Flammerdinghe“ oder
einem von den „Hugenotten aus Flamen“ abstammenden „Graf Behagel von Flammer“ oder
einem „Templer“, dem „Großmeister des ordo templis laborate“, einem „Nachfolger“ des „ordo templis salomonis“ oder
einem Gründer und Leiter der „Ersten arianischen Bibelschule“ („…nach Arius“) oder
einem Gründer und Betreiber der „Bibelschule Zürchendorf“ (mit 24 obskuren Videos im Anhang zu „Filmdoku bibelschules Jimbo-Page“) oder
einem Gründer und Leiter des „Verein Arbeitswelt“, Wien oder
einem Betreiber der Webseite www.unzensuriert.schluss.tv, der „Freiheitlichen Stimme der Weltmission“ oder
einem Pastor eines amerikanischen Kirchenablegers mit der Bezeichnung „Familie Gottes“ [„Family of God, Lutheran Church“?] oder
einem „Prediger und Pastor einer Online Kirche“ oder
einem ehemaligen „außerordentlichen Professor für Informatik an der Webster University Wien“ oder
einem Absolventen der „Bibelschule Schloss Klaus“ oder
einem Journalisten von www.meinbezirk.at oder
einem Gründer und „Präsidenten der „Gewerkschaft für unabhängigen Journalismus“, einer „Vereinigung der christlichen Journalisten hier in Österreich“ oder
einem „Magister templis“, eines auf Grund seines „Studiums Templar Science (Theologie und Lobbyistik)“ auf der „Templerakademie“ in Hainburg erworbenen „Titels“, nebst eines „Doktorats (Senator) ebenda“ oder
einem „Magister templis“, erworben mit „Abschluss auf … Templar Science auf der Freien Universität in Berlin“ oder
einem Tempelritter, dessen Orden – trotz Bemühungen der „Satansanhänger“ – seit dem „Jahr 1118 n. Chr.“ fortlebt und die „Errichtung des Reiches Gottes“ bis heute betreibt zwecks „Abbau sämtlicher Faschismen“ oder
einem Manne, dem „Gott …gesagt“ hat: „Das Heil geht von den Templern aus.“ oder
einem Gründer und Betreiber der „Templer Akademie“ oder
einem Gründer und Betreiber des „Templer TV Int.“ oder
einem Betreiber des „Templer Forum – Das Forum des Templer-Netzwerkes“ oder
einem Betreiber von www.chefpartie.net oder
einem „Projektleiter eines europäischen Projektes des Landwirtschaftsministeriums“ (Österreich) oder
einem zukünftigen „Präsidenten von Österreich“ oder
einem „Pastor Hans-Georg Peitl“, der Konfessionsfreie als eine „…gefährliche Sekte, die Menschenvernichtung propagiert“ bezeichnet oder
einem „PastorPeitl“, der die „Kabala Bewegung“ (er meint wohl Kabbala) eines ebensolchen Phantasten Dr. Michael Laitmann bewundert oder
einem „PastorPeitl“, dessen Großmutter und „Großvater Otto Behaghel von Flammerdinghe …ebenfalls NSDAP Mitglied war“ oder
einem „PastorPeitl“, dessen Großmutter (nach deren Bekunden gegenüber ihrem Enkel Hans-Georg) „Sekretärin von Adolf Hitler gewesen sein soll“) oder
einem „Pastor Hans-Georg Peitl“ der für die rechte österreichische FPÖ wirbt und sagt „Die Freiheitlichen Christen sind die Glaubenslinie der FPÖ Österreich.“ oder
einem „Journalisten Hans-Georg Peitl“, der auch verbreitet, er
(Zitat):
„….werde eingeladen mit Leuten wie Laitmann…ein Fernsehinterview zu führen,
man holt mich als Berater zu den diversesten Themen ins Parlament, werde als Redner zu Demos eingeladen,
gehöre dem akademischen Forum für Aussenpolitik – Österreich der Hochschulliga der Vereinten Nationen an,
bin Gründer des Verbandes der unabhängigen Journalisten (354 Mitglieder),
der freiheitlichen Initiative gegen die Christenverfolgung (313 Mitglieder),
der freiheitlichen Initiative für die soziale Absicherung Österreichs (271 Mitglieder),
der Freiheitlichen Erweckungsbewegung (183 Mitglieder),
der „Familie Gottes“ (390 Mitglieder) und
der CHEF PARTIE (610 Mitglieder) etc.“
(Zitatende)

Die ruhmreichen Taten und Vorhaben des Herrn Hans-Georg Peitl und „Templer-Ritters“ könnten noch fortgesetzt werden…

Es sieht ganz danach aus, dass sich H.-G. Peitl in seinen Lebenszielen und kruden Absichten in nicht unwesentlichen Teilen an dem Zisterzienser Mönch „Jörg Lanz von Liebenfels“ (eigentlich: Adolf Joseph Lanz, 1874 – 1954) oder auch an dem Pfarrer aus dem südfranzösischen Rennes-le-Chateau, Bérenger Saunière (1888 – 1917) orientiert:
Dem Wunsch nach Macht, persönlicher Bedeutung durch öffentliche Stellung, Geld, durch „göttlichen Auftrag“ und Wahrung uralter, religiöser „Geheimnisse“ und mystischen Wissens.

Ist Peitl vielleicht eine Art neuer Parzival, der als führendes Mitglied des „Templer-Ordens“ und als „Tempelritter“ das Geheimnis des „Heiligen Grals“ hütet?

Der vorerwähnte Lanz war … nun, da verweise ich auf die einschlägige Literatur oder einfach auf Wikipedia „Jörg Lanz von Liebenfels“, wie auf das Stichwort „Ostara“, einer Zeitschrift von Lanz und den dort erwähnten „Neutempler-Orden“ („Orden vom Neuen Tempel“).

Und der „Kollege“ von Pastor Peitl, der Pfarrer Bérenger Saunière? Der foppte seine Mitmenschen mit abenteuerlichen Geschichten um den „Heiligen Gral“ und gelangte zu einem beachtlichen Vermögen.

Noch vermögender allerdings wurde manch einer der Buchautoren und Filmemacher, die, zur offensichtlichen Freude ihrer mystiksüchtigen, esoterisch gesinnten, gutgläubigen und zahlenden Anhängerschaft, noch im zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhundert gekonnt beliebigen Nonsens über einen „Heiligen Gral“ erfinden und dies als „Wahrheit“ oder „Wissenschaft“ präsentieren.

Auch der „Templer“ und „Großmeister Hans-Georg Peitl, Graf Behaghel von Flammerdinghe“ behauptet in seiner „Geschichte der Templer“ beispielsweise, dass die Templer Anfang des zwölften Jahrhunderts bei „Grabungen am Tempel Salomos in Jerusalem“ auf den „Heiligen Gral“ gestoßen seien. Der „Großmeister“, der sich als eine Art Nachfolger dieser Helden mit göttlichem Auftrag betrachtet, erzählt aber noch mehr Wunderliches:

(Zitat)

„Ebenso daneben mit der Annahme es gebe keinen Templer Ritterorden mehr war Jan van Liebenfels der eine Bewegung namens THULE (Die Templer- Humanistische Union für liberale Entwicklung) Ende des 19. Jahrhunderts gründete. Diese Bewegung plante die Errichtung eines Weltfriedensreichs und man sagt ihr nach, sie wäre die treibende Kraft hinter den Bestrebungen Adolf Hitlers gewesen. Stimmt auch. Bis 1927, bis zum ersten Wannseetreffen. Den dort übernahm die „deutsche Wirtschaft“, eine Loge der „deutschen Illuminanten“ nicht zu verwechseln mit den „illuminierten Logen“ eines Weisshaupts, die Führung der NSDAP (Göring, Goebbels). Die DAP ging unter und die THULE Leute gingen in den internen Widerstand: Bormann, Schindler, Stauffenberg.“

(Zitatende)

Um die Geschichtsverwirrtheit des vorzitierten Templer-Ritters zu verdeutlichen: Die „Thule-Bewegung“ („Thulegesellschaft“ war laut Brockhaus ein aus Vorgängerorganisationen 1918 gegründeter antisemitischer, einen „Germanenkult“ pflegender Bund, der spätere Nationalsozialisten zu seinen Mitgliedern zählte) sei Planer zur „Errichtung eines Weltfriedensreichs“ gewesen und (evtl.) die treibende Kraft hinter Adolf Hitler – bis 1927. Weiter sei Martin Bormann Mitglied im „internen Widerstand“ gewesen.

Zu dem Nonsens über Hitler muss nichts weiter ausgeführt werden und Bormann war auch nicht im „internen Widerstand“ gegen Hitler, sondern als Reichsministers Leiter der Partei-Kanzlei der NSDAP. Er wurde im Nürnberger Prozess als einer von 24 Hauptkriegsverbrechern angeklagt und „in Abwesenheit“ zum Tod durch den Strang verurteilt.
Hier will Hans-Georg Peitl in dümmlicher, meist grotesker Weise Geschichte verfälschen.
Die, im Nachhinein betrachtet, mitunter komisch wirkende Sucht der Nazis und Herrenmenschen, wie auch deren „adliger“ Anhängerschaft nach Mythen, Verschwörungstheorien, Germanenkult und Reinkarnationsvorstellungen (Beispiel: Heinrich Himmler als Reinkarnation des Welfen Heinrich des Löwen), schildert Stefan Malinowski in seinem Buch „Vom König zum Führer“ (Abschnitt „Der Adel und die völkische Bewegung“, Seite 189 – 197).
Begriffe, wie „Thule-Gesellschaft“, „Fürstentums des Adels“, „Aristokratie des Geistes“, „Reinrassigkeit“, “Herrenmenschen“, „nordische Herrenrasse“, „Ario-Germanen“, „Neue Templer“ usw., das waren Themen, mit denen man sich in bestimmten Kreisen befasste. Das ist auch heute prinzipiell nicht viel anders – nicht nur in Deutschland.

Wen wundert’s, dass bei so viel Sucht nach „Höherem“, „adlige“ Phantasienamen bei den „Nichtadligen“ begehrt wurden.
So auch beim vorerwähnten „Ariosophen“ und Lehrersohn Adolf Joseph Lanz.
Dieser, der bereits 1893 dem Zisterzienserorden beigetreten und seit 1898 zum Priester geweiht war, gründete 1907 den „Orden vom neuen Tempel“.
Dieser „Orden“ hatte seinen Hauptsitz auf der käuflich erworbenen Burg Werfenstein an der Donau.
Dort wehte alsbald die Hakenkreuzfahne.
Lanz adelte sich selbst und nannte sich ab 1910 phantasievoll „Jörg Lanz von Liebenfels“.
Er bezeichnete sich später fälschlich als jenen Mann, „der Hitler die Ideen gab.“
Die Ideen des Hochstaplers, Okkultisten, Antisemiten und „Rassentheoretikers“ sind in rechten, insbesondere in rechts-okkultistischen Kreisen noch wirksam.

Nun – da hat’s „Pastor Hans-Georg Peitl“ leichter als es die meisten Nazis hatten:
Er hat mütterlicherseits tatsächlich „adlige“ Verwandte aus sogenanntem „Reichsadel“ („niederer Adel“, „Reichsritterschaft“). Einen „Grafen“ weisen seine Vorfahren nicht auf. Sein Vater war Georg Peitl und die Mutter Hedwig Marianne Peitl geb. Behaghel von Flammerdinghe. Dieser Doppelname entstand aus „wirtschaftlichen Gründen“ aus der Eheschließung je eines Mitglieds der Familie Behaghel von Adlerscron mit Von Flammerdinghe.
So weist es zumindest die genealogische Darstellung von Hans-Georg Peitls Bruder, dem Magister der Evangelischen Fachtheologie und Candidaten der römisch-katholischen Fachtheologie (Österreich), Ingmar Peitl aus.
Dieser pflegt – so darf man annehmen – keinen besonderen Kontakt zu seinem Bruder Hans-Georg.
Dies wohl nicht nur, weil nach der Scheidung der Eltern, der eine bei der Mutter und der andere beim Vater aufgewachsen ist.

Was nun ist die Quintessenz? Welche Lehren sollten und können aus dem Fall „Pastor Hans-Georg Peitl“ gezogen werden – von den Verantwortlichen der Redaktion ZEIT ONLINE, wie von den dortigen Kommentatoren im Leserartikel-Blog?

Eine Bewertung des Handelns des „Pastors“, „Grafen“, „Templer-Ritters“ und österreichischen „Bundespräsidentschaftskandidaten“ in der Art, wie sie ein Psychiater machen würde, soll und muss hier unterbleiben.
Das scheint auch auf Grund der Fülle des von Hans-Georg Peitl im Internet selbst zur Verfügung gestellten Materials nicht nötig. Es reicht völlig der Hinweis: Hinschauen und genau lesen!

Beispielsweise die Webseite des Leserartikel-Schreibers „PastorPeitl“ https://jachwe.wordpress.com/.
Das ist einfach, macht aber etwas Mühe.
Öffnet man beispielsweise die vorgenannte Webseite, so findet man viele Hinweise auf den Mann, mit dessen Texten man sich gfls. weiter befassen will.
Nach dem Anklicken landet man auf der Seite „Der österreichische Bote“, der sich als „liberale österreichische Zeitung“ bezeichnet. Hört sich eher harmlos an. Dann liest man weiter: „…die Zeitschrift zur Weltverbesserung“. In der Kopfzeile liest man: http://demokratie.blogwor…. 

Unter dem linksspaltig und manchmal oben stehenden Hinweis „Zum Inhalt springen“ kann man unter „JUMP TV“ bei der „Evangelisationsbewegung Jesus Unzensuriert“ landen oder bei „Interviews“ bei einem Gespräch mit dem FPÖ-Politiker HC Strache und unter „Glauben“ bei den Templern usw.

Noch interessanter ist, dass Hans-Georg Peitl auf der rechten Spalte seines „Österreichischen Boten“, beispielsweise unter „Auslandsnews“, „Wirtschaft – International“ „Weblogs“ und „Kommentare“ ausschließlich auf ZEIT ONLINE weiterleitet, auch auf den Leserartikel-Blog.

Die Frage drängt sich auf: Wer hat hier wen okkupiert? „Der österreichische Bote“ die ZEIT ONLINE oder umgekehrt? Es sieht aber eher so aus, als wolle Peitl in seinem „Österreichischen Boten“ beim naiven Leser dieser Online-Postille den Eindruck erwecken, als gäbe es da eine geschäftliche Verbindung zwischen ihm und ZEIT ONLINE – und somit ein Merkmal der Qualität und Seriosität auch für seinen „Österreichischen Boten“.

Peitl benutzt ZEIT ONLINE offensichtlich als Start- und Kontaktbasis für seinen „Österreichischen Boten“.
Er macht daraus ja auch keinen Hehl und nennt auf seiner Profilseite auf ZEIT ONLINE seine Webseite jachwe.wordpress.com .+
Erstaunlich ist: Peitl hat seit dem 28.02.2011 bis zum 14.04.2011 50 (!) Leserartikel und unzählige Kommentare, meist zu seinen eigenen Artikeln gefertigt!
Man darf hier fragen, ob dies alles im Sinne der Redaktion von ZEIT ONLINE ist.
Sicher ist: Der Fall „PastorPeitl“ sollte die Redaktion von ZEIT ONLINE veranlassen, die eigene Online Netiquette so zu ergänzen, dass Missbrauch der hier aufgezeigten Art so weit wie möglich vermieden wird.
Zu erwähnen ist noch: „Der österreichische Bote“ ist nicht allein Quelle der Informationen über „Pastor Hans-Georg Peitl“ Tätigkeiten und Absichten.
Auch die Recherche unter den Stich- und Suchworten, die sich aus dem hier vorliegendem Text ergeben, führt zu reichem Erfolg.

Ich bin sicher: Die meisten der Kommentatoren, die sich mit den 50 (!) Leserartikeln „PastorPeitls“ befasst haben, hätten sich einen zustimmenden Ton verkniffen, wenn sie sich vorher um Informationen zu diesem Autor bemüht hätten.

Aber all dies ist natürlich eine falsche Vermutung, wenn es der feste Wille aller Verantwortlichen ist, aus ZEIT ONLINE eine Esoterik- oder Mystik-Seite oder eine für krude religiös-okkulte Politikideen werden zu lassen und dies mit der Rechtfertigung, es herrsche nun einmal Meinungsfreiheit.

Ich vermute aber dann richtig, wenn die Mitwirkenden auf und von ZEIT ONLINE erkennen lassen wollen, dass sie zu den oben bereits genannten Werten stehen und deren Verwirklichung befördern wollen:

Selbstbestimmtheit, Selbstverantwortung, Demokratie und Menschenrechte.

Nur diese Werte garantieren auf Dauer auch Äußerungsfreiheit und Meinungsfreiheit, die sich nicht gleichzeitig als ihr Feind offenbart.
Doch Vorsicht! Dieses Verwirklichen und Befördern der genanten Werte ist ein nicht endendes Bemühen.

(Ende Fortsetzung) 

Mit freundlichem Gruß 

Bert Steffens